Qualität beginnt mit den richtigen Fragen

Seit 2002 beschäftige ich mich mit Softwaretest und Softwarequalität. Heute bin ich Quality Evangelist, begeisterter Model-Based-Testing-Praktiker, Speaker und jemand, der gerne Menschen zusammenbringt, um über Qualität zu sprechen.
Mich interessiert nicht nur, ob Tests grün sind. Mich interessiert, ob wir die richtigen Dinge hinterfragen, Risiken verstehen und gemeinsam genug Vertrauen haben, eine gute Entscheidung zu treffen.

Softwarequalität · Model-Based Testing · Speaker · Community

Porträt von Oliver Schuhmacher, Experte für Softwarequalität und Testmanagement.
Oliver Schuhmacher

„Wer testet das denn eigentlich alles, was wir hier entwickelt haben?“

Diese Frage habe ich 2002 gestellt.
Und zack – schon hatte ich den Job.
Seitdem lässt mich Softwaretesten nicht mehr los.

In dieser Zeit hat sich Softwareentwicklung stark verändert. Sie ist schneller geworden, agile Arbeitsweisen sind hinzugekommen und die Zusammenarbeit in den Teams hat sich verändert.
Früher wurde entwickelt, geliefert und anschließend erklärte der Tester dem Entwickler, was alles nicht funktioniert. Heute finde ich diese Vorstellung ziemlich gruselig.
Wir können viel mehr erreichen, wenn wir gemeinsam an Qualität arbeiten.

Wie kann Testing mit der Entwicklung mithalten?

2013 kam ich als Testmanager in ein agiles Projekt.
Das Team konnte unglaublich schnell auf Veränderungen reagieren. Genau das sollte ein agiles Team schließlich können.
Nur konnte ich mit meinen klassischen Methoden zur Testanalyse mit dieser Geschwindigkeit nicht mithalten.
Also begann ich nach einer anderen Lösung zu suchen.
So kam ich zu Model-Based Testing.
Und es funktionierte.

Wir entwickelten unseren MBT-Ansatz weiter. Ich führte MBT in einem Unternehmen ein und brachte die Methode einer Offshore-Testfactory in Indien näher. Dort wird nach meiner Kenntnis bis heute damit gearbeitet.

MODEL-BASED TESTING

Illustration eines Klemmbretts mit den Hinweisen „Work in Progress“ und „Bild kommt noch“. Kleine Käfer symbolisieren Software-Bugs.
Auch diese Baustelle wird noch fertig. Die Bugs sind schon da.

„Methoden müssen für Menschen und Projekte funktionieren – nicht Menschen und Projekte für die Methode.“

Deshalb gehört MBT für mich nicht isoliert in irgendeine Ecke. Es muss sich in Arbeitsprozesse und andere Werkzeuge integrieren lassen. Erst dann kann es seine Stärken wirklich ausspielen.

Warum mich MBT seit 2013 fasziniert →

Qualität fällt nicht vom Himmel.

Softwarequalität ist keine Aufgabe, die wir am Ende eines Projekts an einen Tester übergeben können.
Qualität entsteht während der täglichen Arbeit.
Wenn wir Anforderungen verstehen. Wenn wir Risiken frühzeitig erkennen. Wenn Probleme sichtbar werden. Wenn unterschiedliche Perspektiven zusammenkommen. Und wenn Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Softwaretesten bleibt dabei ein wichtiges Handwerk. Methoden, Standards und Werkzeuge geben uns Struktur und helfen uns, systematisch vorzugehen.

Hilft uns das gerade dabei, bessere Software zu entwickeln und gute Entscheidungen zu treffen?

„Wie gut ist die Qualität?“

Eigentlich eine einfache Frage.
Nur konnte ich sie nicht zufriedenstellend beantworten.
Testergebnisse waren da. Risiken waren bekannt. Offene Probleme ebenfalls. Menschen im Projekt hatten ihre eigenen Einschätzungen.
Trotzdem fehlte mir das Gesamtbild.
Als ich die Frage „Wie gut ist die Qualität?“ ein zweites Mal nicht mit dem Wissen beantworten konnte, das ich bis dahin hatte, wollte ich es genauer wissen.
Ich begann, Qualität aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten.
Daraus entstand das Team Quality Radar.

Team Quality Radar mit zehn Dimensionen der Softwarequalität. Ein orangefarbenes Netzdiagramm visualisiert die Bewertung auf einer Skala von 1 bis 5.
Das Team Quality Radar macht unterschiedliche Perspektiven auf Softwarequalität sichtbar und schafft eine Grundlage für gemeinsame Gespräche über Stärken und Verbesserungspotenziale.

Das Team Quality Radar hilft Teams, ihre Qualitätsarbeit sichtbar zu machen, gemeinsam darüber zu sprechen und bewusst zu entscheiden, wo Verbesserungen sinnvoll sind.
Nicht als Audit. Nicht als Bewertung. Sondern als gemeinsame Reflexion.

Wie?

Probier das Team Quality Radar einfach mal aus. Dann weißt Du wie.

Team Quality Radar kennenlernen →

Erfahrungen werden wertvoller, wenn wir sie teilen.

Am 8. Mai 2020 stand ich bei der ASQF NetWeek zum ersten Mal als Speaker auf der Bühne.
Mein Thema:
„Lessons Learned aus 5 Jahren MBT“
Warum?
Vielleicht gab es andere Tester, die vor ähnlichen Problemen standen wie ich 2013. Dann sollten sie nicht alle Erfahrungen selbst machen müssen.
Seitdem habe ich unter anderem beim German Testing Day, bei der German Testing Night, der ASQF NetWeek und auf der cimt Jahreskonferenz gesprochen.

Oliver Schuhmacher (links) und Marvin (rechts) beim German Testing Day 2025 vor der Veranstaltungswand.
Oliver Schuhmacher und Marvin auf dem German Testing Day 2025.

Dabei geht es mir nicht nur darum, meine Erfahrungen weiterzugeben.
Ich freue mich besonders auf die Gespräche danach. Menschen erzählen mir, wie sie ein Problem gelöst haben, wo sie anderer Meinung sind oder welche Erfahrungen sie gemacht haben.
So nehme ich von meinen eigenen Vorträgen regelmäßig neue Gedanken mit nach Hause.

Meine Vorträge →

Austausch braucht keine Bühne.

Gute Gespräche über Softwarequalität sollten nicht auf Konferenzen enden.
Deshalb habe ich 2026 gemeinsam mit Therese beim German Testing Day die Frankfurter Testing Community ins Leben gerufen.
Heute lebt sie als LinkedIn-Community weiter und bringt Menschen zusammen, die sich über Testing und Softwarequalität austauschen möchten.
Auch mein Engagement im ASQF gehört für mich dazu.
Denn nach mehr als zwei Jahrzehnten im Softwaretest bin ich von einer Sache immer noch überzeugt:
Wir können sehr viel voneinander lernen.

Frankfurter Testing Community auf LinkedIn →

Und die nächsten Fragen?

Softwaretesten verändert sich weiter.
Heute beschäftigen mich unter anderem die Möglichkeiten von KI im Softwaretest und Testmanagement.
Welche Arbeit kann sie uns sinnvoll abnehmen? Wo entstehen neue Möglichkeiten? Was funktioniert in der Praxis? Und was sollten wir weiterhin selbst kritisch prüfen?
Ich probiere solche Dinge gerne aus.

Denn seit 2002 hat sich eines nicht verändert:

Manchmal verändert eine gute Frage schließlich ziemlich viel.

Lass uns über Softwarequalität sprechen.

Du beschäftigst dich mit Softwarequalität, Model-Based Testing, Testmanagement oder der Frage, wie sich Testing gerade verändert?
Dann freue ich mich auf den Austausch.

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